Von André Feiferis, Maschinenbau- und Chemieingenieur, und Amir Rubin, Leiter des Geschäftsbereichs.
Wenn es zu einem Brand, einer Sprinklerauslösung oder einem erheblichen Wassereinbruch kommt, richtet sich die Aufmerksamkeit naturgemäß auf die sichtbaren Schäden. Die Beseitigung der Trümmer beginnt, Bestandsaufnahmen werden durchgeführt, und die Beteiligten versuchen, das Ausmaß des Schadens zu erfassen. Was dabei oft übersehen wird, sind die Schäden, die fast unmittelbar unter der Oberfläche entstehen. Lange nachdem die Flammen gelöscht oder das stehende Wasser beseitigt wurde, können korrosive Verunreinigungen auf Metalloberflächen, elektrischen Bauteilen und kritischen Anlagen zurückbleiben. Diese Verunreinigungen lösen elektrochemische Reaktionen aus, die den Schaden Tag für Tag weiter beschleunigen. Für Immobilienbesitzer und Versicherer gleichermaßen stellt dies eine erhebliche Herausforderung dar: Der Zustand der Anlagen kann sich rasch verschlechtern, während Entscheidungen über Schadensersatzansprüche, Sanierungspläne und Reparaturstrategien noch diskutiert werden.
Warum Zeit eine Rolle spielt
Viele Unternehmen gehen davon aus, dass die unmittelbare Gefahr gebannt ist, sobald sichtbares Wasser entfernt wurde. In Wirklichkeit können erhöhte Luftfeuchtigkeit, Rußrückstände und Chloridverunreinigungen die Korrosion weiter begünstigen, selbst wenn die Anlagen trocken erscheinen. Was als mikroskopisch kleine Beschädigung beginnt, kann sich schnell zu schwerer lokaler Korrosion entwickeln und mechanische Systeme, elektrische Anlagen sowie Präzisionskomponenten beeinträchtigen. Die Folge ist oft eine vermeidbare Zunahme der Schadensschwere.
Ein Wandel von der Reaktion zur Schadensminderung
Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus forensischen Untersuchungen ist, dass die Korrosion nicht zum Stillstand kommt, während die Beteiligten verschiedene Optionen abwägen. Der Korrosionsprozess schreitet weiter voran, unabhängig davon, ob Entscheidungen zur Sanierung bereits getroffen wurden oder nicht. Aus diesem Grund sollten proaktive Maßnahmen zur Schadensminderung wie Klimaregulierung, Entfeuchtung, Korrosionshemmer und die Beseitigung von Verunreinigungen so früh wie möglich in Betracht gezogen werden. Diese Maßnahmen können den fortschreitenden Verfall verlangsamen oder aufhalten, während langfristige Sanierungspläne ausgearbeitet werden.
Der Wert einer frühzeitigen technischen Bewertung
Um festzustellen, ob Korrosion erst kürzlich zu Schäden geführt hat oder bereits zuvor vorhanden war, bedarf es einer wissenschaftlichen Bewertung und nicht bloßer Annahmen. Dank modernster forensischer Verfahren können Ingenieure und Werkstoffspezialisten die Ursache, den Schweregrad und das Fortschreiten der Korrosion ermitteln und gleichzeitig objektive Belege zur Untermauerung von Entscheidungen zur Wiederherstellung liefern. Durch das Verständnis der Korrosionsmechanismen und schnelles Handeln können die Beteiligten oft kritische Anlagen erhalten, Ausfallzeiten reduzieren und unnötige Geräteaustausche vermeiden.
Das Fazit
In Situationen nach einem Schadenfall geht die größte Gefahr oft von den noch nicht sichtbaren Schäden aus. Korrosion ist ein zeitkritischer Prozess. Je früher Verunreinigungen erkannt und Abhilfemaßnahmen ergriffen werden, desto größer sind die Chancen, die Anlagen zu schützen, die Kosten zu begrenzen und eine erfolgreiche Wiederherstellung zu gewährleisten.
Den vollständigen Artikel finden Siehier: https://www.efiglobal.com/wp-content/uploads/2026/08/Anatomy-of-Accelerated-Corrosion-_-Full-Paper.pdf.
Stichworte: Korrosion, Schaden, Sachschaden